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CHILE – Ab durch die Wüste…

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auf der panamericana CHILE   Ab durch die Wüste...

Auf der Panamericana

Jens: Nachdem wir den Motorrädern einen Service und uns eine kleine Auszeit und in Valparaiso gegönnt hatten, ging es weiter Richtung Norden. Wir wollten Chile bis an den nördlichsten
Punkt durchfahren – rund 2.100 km lagen vor uns. Nicht allzu weit hinter Valparaiso wurde es „wüst“. Die Atacama Wüste – eine der trockensten Wüsten der Welt – lag vor uns und wir waren gespannt
was uns dort erwartet. Auf unserem Weg lagen einige Städte an der Pazifikküste, umgeben von der Wüste und verbunden durch die Routa 5 – die Panamericana.

 


uferpromenade la serena CHILE   Ab durch die Wüste...

Uferpromenade La Serena

Zunächst führte uns die Panamericana zweispurig gegen Maut-Gebühr bis La Serena – einem touristischen Hotspot Chiles. Der Ort ist gerade jetzt in den chilenischen Sommerferien völlig
überlaufen und unvorstellbar laut. Die Bars an der Uferpromenade starten dort gegen Mittag den Contest zur stärksten Beschallung der Passanten, das zieht sich dann bis spät in die Nacht.
Zwischendurch meldete sich noch eine der zahllosen Alarmanlagen der teilweise ganz ordentlichen Luxuskarossen, die die Uferpromenade hier zieren. Absolut kein Ort zum wohlfühlen für uns…


immer gerade aus CHILE   Ab durch die Wüste...

immer gerade aus…

Nach La Serena wird die Routa 5 auch wieder einspurig. Gerade und endlos zieht sich das Asphaltband durch die Atacama Wüste. Die Fahrt ist hier keine echte Herausforderung, aber die
Landschaft die an uns vorbeizieht hat doch Charme, auch wenn sie auf den ersten Blick trist zu wirken scheint. Wir sind auf bis zu 2.200 m Höhe unterwegs. Die Temperaturen übersteigen die 30°
C-Marke und wir sind froh über die neuen Trinkrucksäcke, die in unserem Care-Paket aus Deutschland waren. Dafür stehen jetzt mehr Pipi-Pausen als bisher an – und das ist hier in der Wüste eine
echte Herausforderung. Kein Baum, kein Strauch für ein sichtgeschütztes Outdoor-Pipi. Wir Männer haben es da ja leichter….

Wir fahren bis Caldera, einem netten kleinen Ort am Meer. Es wird schon deutlich weniger touristisch. Die Haupteinnahmequellen der Region verlagern sich immer mehr zum Abbau von Bodenschätzen.
Dafür belagern mehr und mehr LKW die Routa 5.


 

caldera CHILE   Ab durch die Wüste... Caldera


warten an der baustelle CHILE   Ab durch die Wüste...

Warten an der Baustelle

Die Strecke ist ab Chañaral gespickt mit elendig langen Baustellen. Der Verkehr wird im Einbahnstraßensystem geregelt, so stehen wir regelmäßig vor den hier
üblichen „Ampelmännchen“ und warten bis wir die Baustelle passieren können. Bei inzwischen über 30°C macht das keinen Spaß. Die LKW, die uns entgegen kommen, wirbeln den Sand neben der Straße auf
und der wirbelt uns durch alle Ritzen in den Helm. Aber die Landschaft entschädigt!

Hier mal ein paar Bilder, die dem „original Eindruck“ allerdings nicht gerecht werden können.


 

ein riesiger sandkasten CHILE   Ab durch die Wüste... Ein riesiger Sandkasten

landschaft der atacama CHILE   Ab durch die Wüste... Landschaft der Atacama

die farben wechseln alle paar kilometer CHILE   Ab durch die Wüste... Die Farben wechseln alle paar Kilometer


eine kleine kapelle am sta%C3%9Fenrand CHILE   Ab durch die Wüste...

Eine kleine Kapelle am Staßenrand

Immer wieder finden sich kleine Kapellen, Kreuze oder Altare neben der Straße. Manche ehren die vielen Heiligen, andere erinnern an verunglückte LKW-Fahrer. Es finden sich hier dann auch
tatsächlich grüne Pflanzen mitten in der Wüste. Wer die Pflanzen hier pflegt und regelmäßig mit Wasser versorgt ist uns ein Rätsel – liegen diese Gedenkstätten ja nicht gerade in unmittelbarer
Nachbarschaft eines Ortes. Aber es scheint bestens zu funktionieren, denn hier finden wir immer die wenigen kleinen grünen Flecken in der Atacama.


 

unendliche weiten CHILE   Ab durch die Wüste... unendliche Weiten…


mano del desierto CHILE   Ab durch die Wüste...

Mano del Desierto

Dann natürlich kurz vor Antofagasta der obligatorische Stop an der Hand – die „ Mano del Desierto“ ist ja inzwischen Kult in der Atacama Wüste und auch wir wollen ein Bild an der 11 m hohen
Skulptur schießen.

Wir waren nicht alleine dort, auch eine chilenische Familie hatte einen Ausflug hierher unternommen. Der Junior der Familie fragte ganz schüchtern, ob er ein Bild mit den Motorrädern machen
dürfte? Da kann natürlich geholfen werden. Kati hob den kleinen Mann auf Ihren Willi und seine Mutti drückte ab. Fröhlich winkend werden wir anschließend verabschiedet. Sowas passiert uns hier
öfter…


 


kurz vor antofagasta CHILE   Ab durch die Wüste...

Kurz vor Antofagasta

Nach Antofagasta hinein nehmen die LKW immer mehr zu, die Minen und der Bergbau in der Region sind unübersehbar und das finanzielle Rückgrat der Region. Wir steuern nach 3 Monaten
Burger-Entzug das goldene M an, das hier bei weitem nicht so verbreitet ist, wie man vielleicht meint. Als wir gerade auf den Parkplatz einbiegen wollen, hupt ein Auto auf der Gegenspur – der
Landy von Nicole und Christian. Auch sie hatten Burger-Hunger und wie suchen gemeinsam nach einer Unterkunft, bis wir auf einem Campingplatz landen. Der Chef scheint reichlich desinteressiert an
uns zu sein, was hier keine Seltenheit ist. Auch der Preis weicht deutlich von dem im Campingführer ab. Aber er betreibt den einzigen Campingplatz in der Stadt und so müssen wir ihn leider
belästigen. Der Preis hat sich gewaschen – umgerechnet 17 € die Nacht für ein sehr überschaubares Angebot.

 

duschen muss man nicht fliesen CHILE   Ab durch die Wüste... Duschen muss man nicht Fliesen

Die Sanitäranlagen waren optisch jetzt nicht das schlimmste was uns hier bislang untergekommen ist – aber sie hatten ein kleines Manko: es gab kein Wasser. Weder zum Duschen, noch in den
Toiletten oder am Waschbecken! Da entschädigt auch der Meerblick nicht!

 

Das ist hier leider keine Seltenheit – es wird oft ordentlich kassiert ohne eine Gegenleistung zu erbringen.


 

g%C3%A4be es wasser w%C3%BCrde es besser riechen CHILE   Ab durch die Wüste... gäbe es Wasser würde es besser riechen



entlang der k%C3%BCstenkorillere CHILE   Ab durch die Wüste... Entlang der Küstenkorillere


die routa 1 CHILE   Ab durch die Wüste...

Die Routa 1

 Auf der Routa 1 geht es dann direkt zwischen Küste und Küstenkordillere weiter. Auch wenn die Kurven hier nicht atemberaubend sind, ist es dennoch eine nette Strecke und man kann den
Blick schweifen lassen. Die Straße windet sich zwischen dem Meer und den Bergen entlang, der Duft des Salzwassers liegt in der Luft.

Die Straße führt uns bis nach Iquique wo wir uns für Peru rüsten wollen. Das ist allerdings nicht so einfach wie gedacht. Die Wechseltuben nennen uns zwar alle bereitwillig den Kurs von
chilenischen Peso in peruanische Soles – nur haben sie diese Währung wohl nicht vorrätig – wir werden es in Arica nochmals probieren…


 


m%C3%BCllhalde atacama CHILE   Ab durch die Wüste...

Müllhalde Atacama?

An vielen Streckenabschnitten der Routa 5 gleicht die Atacama Wüste leider einer Müllhalde. Alles was unterwegs überflüssig erscheint wird neben der Straße abgeladen. Der leichtere Müll,
wie die hier beliebten Plastiktüten finden sich dann auch quer über die Landschaft verteilt. Alte Reifen, Getränkeflaschen & Co. werden einfach entlang der Straße entsorgt. An den beliebteren
„Entsorgungsplätzen“ riecht es dann auch schon mal recht übel…

Es ist schade sehen zu müssen, wie man hier mit der Natur umgeht…


 

eine irre landschaft CHILE   Ab durch die Wüste... Eine irre Landschaft

Dann wird es aber nochmals spektakulär. Kurz vor Arica durchqueren wir zwei Canyons. Von rund 1.200 m Höhe geht es hinab auf 200 m Höhe über dem Meeresspiegel. Die Hänge sind mit Sand
bedeckt, im Tal wird es grün und heiß. Auf der rund 1.000 m tiefen Abfahrt nimmt die Temperatur um knapp 10°C zu. Durch die starken Temperaturunterschiede herrscht im Canyon eine enorme Thermik
und wir bekommen die Böen und Temperaturunterschiede auf dem Motorrad hautnah zu spüren. Das ist Motorrad fahren mit allen Sinnen!


 


einfahrt nach arica CHILE   Ab durch die Wüste...

Einfahrt nach Arica

Dann empfängt uns Arica – wie so oft zunächst mit der weniger schönen Seite einer südamerikanischen Stadt. Bretterbuden mit Wellblechdächern finden sich oft in den Außenbezirken der Städte.
Für uns inzwischen ein bekanntes Bild – aber so richtig daran gewöhnen können und wollen wir uns nicht.

Die eigentliche Stadt zeigt sich dann auch von einer schöneren Seite – hier werden wir nun die letzten Vorbereitungen auf unseren morgigen Grenzübertritt nach Peru treffen. Vorwiegend müssen wir
noch irgendwo die Landeswährung, den peruanischen Soles, auftreiben. Dann geht es auf in das „südamerikanischere“ Südamerika – Peru!


 

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